büdericher.augenblicke

büderich.digital gibt mir die Möglichkeit meine büdericher.augenblicke hier mit euch zu teilen und – wenn ihr mögt – einmal im Monat einen Blick durch meine Kamera auf unser Dorf, auf unseren Alltag zu werfen.
Vielleicht begegnen wir uns mal bei einem Spaziergang. Mich kann man an der Kamera erkennen.

Stefan Waldburg

 

14.08.2026 – Ein Blick nach innen

Es ist schon wieder eine Zeit lang her, dass ich die letzten büdericher.augenblicke präsentiert habe. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass meine Kamera defekt war und ich in der modernen Servicewüste gelandet bin. Es hat Monate gedauert, bis ich wieder eine funktionierende Kamera in den Händen hatte. Und da solche Ereignisse bekanntermaßen nicht allein kommen, hatte ich noch weitere technische Defekte zu beklagen, so dass ich eine ganz Zeit lang auch meiner anderen großen Leidenschaft – dem intensiven Musikhören – nicht im gewohnten Maße nachgehen konnte. Was soll ich sagen? Das hat mich tatsächlich etwas aus meinem Gleichgewicht gebracht. Ich habe plötzlich meine ganze Abhängigkeit von moderner Technik gespürt. Eine Erkenntnis, die mir aufs Gemüt geschlagen ist und mich sehr nachdenklich gemacht hat.

Und eine Erkenntnis, die in Zeiten der Irritation und Herausforderung für weitere Verunsicherung bei mir gesorgt hat.

Das sind die Momente, in denen ich auf Bekanntes und Bewährtes zurückkomme. Etwas, was schon immer tröstend für mich war, ist die Beschäftigung mit bildender Kunst. Ich komme leicht mit ihr in Verbindung und kann mich schnell begeistern. Das ist, glaube ich, für mich das Tröstende dabei. Die Begeisterung, das Herzklopfen und Gedankenreisen.

Genau das ist mir passiert, als ich in dieser Stimmung das erste Mal das Museum Wilhelm Morgner in Soest betreten habe. Niemals zuvor habe ich mich mit der Malerei von Wilhelm Morgner beschäftigt. Dann öffnete ich die Tür im Obergeschoss zum Morgner-Saal und: Ich war ergriffen! Was für eine Kunst, was für Bilder, Stimmungen und Gedanken. Ein großartiger Moment! Seither bin ich in liebvoller Auseinandersetzung mit der Malerei von Wilhelm Morgner und darüber hinaus. Ich habe die großen Musen in der Umgebung besucht z.B. in Münster und Hagen und bin seitdem erfüllt von Bildern und Farben. Eine kluge Frau im Osthaus-Museum in Hagen hat das Werk von Christian Rohlfs als „Die Musik der Farben“ beschrieben. Genau das ist es, was mir durch den Verlust der Technik begegnet ist: Eine Musik aus Farben. Wunderbar.

Wie es so meine Art ist, habe ich mich in Bücher gestürzt, insbesondere mit Blick auf die Soester Expressionisten zwischen 1900 und dem Ersten Weltkrieg. Die Überwindung des Gegenständlichen, der Wirklichkeit, die Wendung des Blicks nach innen hat mich gefangen genommen. Ebenso die Lebensläufe der Protagonisten, beinahe tragisch verwebt mit dem Land hier, der Börde. Und ebenso tragisch kurz sind zum Teil diese Lebensläufe. Die Kriege haben sie abgekürzt. Wilhelm Morgner hat sein wundervolles Werk in weniger als 10 Jahren geschaffen. Unglaublich finde ich das! Bevor er dann mit gerade 26 Jahren an der Westfront gewaltsam zu Tode gekommen ist…

Der Expressionismus hat mir die Lust auf Bilder zurückgebracht und den Mut Vertrautes immer wieder neu anzuschauen. Wilhelm Morgner hat mich zurück in unsere Soester Börde geführt. Sein Werk zeigt die Besonderheit unserer Heimat, so wie man sie in Wirklichkeit nie wird sehen können.

Da kommt die Lust auf Bilder zurück…

Viel Spaß beim Betrachten!

Stefan Waldburg

Wir erlauben uns einen kleinen Hinweis zu dieser Seite:

Beim Anklicken eines Bildes in den einzelnen Galerien öffnet sich eine Diaschau mit großen Bildern. Damit die Bilder ihre ganze Schönheit entfalten, empfehlen wir die Ansicht auf einem PC oder Notebook.

Wir haben die Seite nun geteilt und eine zweite Seite mit den „alten“ Galerien aus dem Jahr 2022 erstellt.

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