Pflanzbeete – Stadt versendet Endabrechnungen

Das Possenspiel um die Pflanzbeete zur „Dorferneuerung Schlesienstraße / Kunibertstraße / In der Linde“ geht in eine weitere Runde. Was hat sich getan? Die Anlieger haben in dieser Woche ihre Endabrechnungen von der Stadt Werl bekommen.

Wo sich allerdings nichts getan hat, sieht jeder: die Pflanzbeete sind immer noch in einem unzumutbaren Zustand.

Zur Erinnerung

Im März 2019 berichtete im Soester Anzeiger der damalige Bürgermeister Michael Grossmann zum Abschluss der Dorferneuerung: „Es ist alles gut gelaufen. Das Ergebnis sieht toll aus.“ (Vollständiger Bericht aus dem Soester Anzeiger hier nachzulesen)

Über glatte Straßen, sichere Gehwege und gute Wegbeleuchtung ist man sicherlich froh im Dorf. Allerdings vermissen die Anlieger Bäume, die zu einer Straße gehören, den Charakter ausmachen und Schatten spenden. Diesen und noch weitere Punkte hätte man sich nicht nur zur Dorferneuerung, sondern zur echten Dorfverschönerung gewünscht.

Dafür müssen die Anwohner bezahlen?

Den Anlass zum großen Frust versendete die Stadt Werl per Post an die Anwohner: mit der Endabrechnung sind die anteiligen Kosten fällig, die die Anwohner dieser Straßen für die Dorferneuerung an die Stadt entrichten müssen. Ein Einfamilienhaus liegt im Schnitt bei gut 7 bis 8.000 EUR. Fällig im Oktober 2022, mit freundlichem Hinweis auf Mahngebühren.

Leistung ist nicht erbracht

„Das wir die Kosten bezahlen müssen, war von Anfang an klar“, berichtet Christian Hilsmann als Anwohner. „Aber die Leistung ist nicht erbracht“, führt er weiter aus. Um das zu beurteilen, muss man kein Gartenprofi sein – die Pflanzbeete sehen teilweise jämmerlich aus. Als Meister im GALA-Bau weiß Christian Hilsmann, wovon er spricht: „Ist die Leistung vollständig erbracht, bekommt der Kunde seine Rechnung. Hier sind wir leider noch ein großes Stück entfernt“.

Seit der „Fertigstellung“ im März 2019 geht das nun so. Warum sich die Stadt Werl so schwer tut, können die Dorfbewohner nicht verstehen. Leserbriefe über die Zeitung und Anfragen über Ratsmitglieder sowie Ortsvorsteher führten allesamt zu keinem Ergebnis. „Hier erwarten wir Dorfbewohner ein klares Signal der Ortspolitik“ beschreibt Christian Hilsmann die Situation und weiß um die vielen Büdericherinnen und Büdericher, die es ebenso sehen und die Interessenvertreter im Stadtrat in ihrer Verantwortung sehen.

Christian Hilsmann auf städtischem Terrain. Sein Garten ist angrenzend.

Unmut in der Bevölkerung

In Büderich wollen sich nun Anlieger zusammenfinden, die auch rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. Es stellt sich die Frage, ob es so weit kommen muss. Was kann die Stadt Werl anbieten? Ein verbindlicher Termin zur Fertigstellung der Pflanzbeete wäre ein erster Ansatz oder andere Lösungen gemeinsam mit den Anliegern finden. Christian Hilsmann hat gleich einen guten Vorschlag parat: „Viele Anwohner sind vermutlich bereit, die Anpflanzung und Pflege selbst zu übernehmen. Allerdings muss dann auch über einen Ausgleich der Kosten gesprochen werden.“

Beitrag von Peter Kothenschulte

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