Vor 60 Jahren: Mutter Teresa in Büderich

Vor 60 Jahren: Mutter Teresa in Büderich

Autor ✍️ Elsbeth Mawick / Markus Mawick
Redaktion 💻 Markus Mawick

„Engel von Kalkutta“ war der Ehrenname für Mutter Teresa. Die katholische Ordensschwester widmete ihr Leben den Kranken, Sterbenden und Obdachlosen in den Slums der indschen Stadt Kalkutta, heute Kolkata. Sie erhielt 1979 den Friedensnobelpreis und wurde 2016 heiliggesprochen, neunzehn Jahre nach ihrem Tod.

Ob sich wohl noch Büdericher daran erinnern, dass vor 60 Jahren, am 26. Juli 1966, Mutter Teresa einen Besuch in der Büdericher Schule machte und den Schülerinnen und Schülern von ihrer Arbeit erzählte?

Der Besuch kam zustande durch Frau Josepha Gosselke, die von 1945 bis 1959 in Büderich als Lehrerin an der Marienschule wirkte. Dann ging sie als Realschullehrerin nach Lippstadt. Dort kam sie mit der Arbeit Mutter Teresas in Kontakt. Sie gründete das große Werk der Mitarbeiter Mutter Teresas in Deutschland, unterstützt von einem kleinen Team. Frau Gosselke war die Landesvertreterin für Deutschland. Alle Arbeit wurde ehrenamtlich geleistet. Und diese Arbeit wuchs und wuchs, weil sich immer mehr Menschen von Mutter Teresas Beispiel anstecken ließen und helfen wollten. Josepha Gosselke koordinierte auch die Besuche und Rundreisen Mutter Teresas in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie begleitete sie und war ihre Dolmetscherin auf allen Reisen, sowohl bei persönlichen Besuchen als auch bei den großen Foren auf Katholiken- und Kirchentagen, zuletzt in Berlin 1980.

Josepha Gosselkes Buch „Mit Mutter Teresa unterwegs, Begegnungen und Gespräche mit der Friedensnobelpreisträgerin“ zeigt uns Mutter Teresa aus dem ganz besonderen Blickwinkel einer Frau, die mit ihr ging, ihr sehr nahe war und ihr mit großer Tatkraft die Wege ebnete.

Besuch der Marienschule Büderich am 26. Juli 1966: v. l. Fritz Tönnies, Mutter Teresa, Dolmetscherin, Josepha Gosselke.

Über den Besuch Mutter Teresas in der Büdericher Schule schreibt Frau Josepha Gosselke:

„Am 26. Juli [1966] besuchten wir wieder um 6 Uhr früh die heilige Messe im Marienhospital in Wattenscheid. (…….) Nach dem Frühstück reisten wir nach Lippstadt weiter. Unsere erste Station machten wir in der Schule in Büderich – meiner ehemaligen Dienststelle. Der Rektor, der von unserem Kommen wußte, versammelte alle Schulkinder in der Aula. Von der Bühne aus sprach Mutter Teresa zu den Schulkindern und den hinzugekommenen Erwachsenen. Bianka, eine Mitarbeiterin aus Wickede/Ruhr, war mit einer Kollegin herüber gekommen.  Mutter Teresa erzählte den Schülern von der Not indischer Kinder, die zum Teil in großer Armut aufwachsen. Viele hatte sie aus armen Familien in ihre Kinderheime aufgenommen, zusammen mit denen, die von ihren Müttern verlassen worden waren, die sie aus Mülltonnen oder aus den Gossen der Stadt aufgelesen hatten. Nun wurden sie von den Schwestern liebevoll  gepflegt.

Als Mutter Teresa geendet hatte, kamen die Vertreter der einzelnen Klassen zu ihr und überreichten ihr, was sie gesammelt hatten.“

Soweit über den Besuch in der Büdericher Schule. Frau Gosselke fügt noch hinzu: „Wir machten noch einen kurzen Besuch bei den Werler Ursulinen, von denen Mutter Angela, die Oberin des Hauses, und Mutter Hildegard als Vertreterin der Schwesterngemeinschaft Mutter Teresa begrüßten.“

Ob sich wohl noch „Ehemalige“ an dieses Ereignis aus ihrer Schulzeit erinnern?

Widmung von Mutter Theresa.
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