Das Novemberbild unseres historischen Kalenders zeigt die Glockenweihe 1928. Drei neue Glocken wurden damals neu angeschafft und das Geläut auf insgesamt vier Glocken aufgestockt. Im Zweiten Weltkrieg, 1942, müssen davon drei Glocken abgeliefert werden, um für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen zu werden. Lediglich die kleinste Glocke verbleibt im Kirchturm.
Kurz nach der Befreiung Büderichs im April 1945, also noch vor der offiziellen Kapitulation Nazi-Deutschlands keimt Hoffnung auf, die Glocken könnten doch noch nicht vernichtet worden sein. In Lünern lagern zu der Zeit noch eine große Menge Glocken, die noch nicht eingeschmolzen worden waren. Schnell macht sich Pfarrer Theodor Freytag auf den Weg dorthin. Die Hoffnung wurde leider nicht erfüllt, die Büdericher Glocken fanden sich dort nicht.
Es dauerte bis 1949, um nicht nur die finanziellen Mittel sondern auch die notwendige Bronze für den Guss neuer Glocken zu beschaffen. Im Februar fand der Guss durch die Glockengießerei Petit & Gebrüder Edelbrock in Gescher statt. Wir können davon ausgehen, dass die Glocken nach den zerstören Vorlagen von 1928 entstanden sind. Am Pfingstmontag fand dann unter Teilnahme des ganzen Dorfes die feierliche Weihe durch Pfarrer Freytag statt. Das Geläut war damit wieder auf viel Glocken vervollständigt.
Stefan Waldburg hat in diesem Jahr den Aufstieg in den Turm unternommen und die Glocken fotografiert.

Die Glocken sind, von groß nach klein sortiert, folgenden Patronen geweiht:
1. Himmelskönigin und St. Michael
2. Die hochheiligste Dreifaltigkeit
3. St. Cunibertus
4. Heilige Familie (oberes Bild)
Auf jeder neuen Glocken (1 bis 3) steht die Inschrift: „Von Frevlerhänden i. J. 1942 geraubt und zerstört, bin ich i. J. 1949 neu gegossen!“


Beitrag von Markus Mawick